Die Basilika Maria Radna in Radna ist der wichtigste Wallfahrtsort der Banater Katholiken und ein religiöses Zentrum. Gelegen am rechten Ufer der Marosch, gegenüber der Stadt Lipova (Lippa), zieht sie jedes Jahr Tausende Gläubige an – besonders zu den Festen Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt.
An den Hochfesten Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt wird in der Basilika die Liturgie in mehreren Sprachen gefeiert. Ab Mitternacht finden Gottesdienste auf Ungarisch, Deutsch, Rumänisch, Kroatisch, Bulgarisch, Tschechisch und Slowakisch statt. Diese sprachliche Vielfalt spiegelt die kulturelle und ethnische Diversität des Banats wider, das seit Jahrhunderten Menschen unterschiedlichster Herkunft beheimatet.
August
Der Name „Radna“ leitet sich vom slawischen Wort ruda ab, was „Eisen“ bedeutet. Die Ortschaft wurde erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Die Ursprünge der Kirche und des angrenzenden Franziskanerklosters gehen vermutlich auf bosnische Franziskaner zurück, die sich im Banat niederließen.
Eine besondere Bedeutung erhielt Maria Radna durch das Gnadenbild der Maria. Das Bild, eine Skapulier-Madonna, wurde um 1668 in Italien im Atelier des Buchdruckers Remondini aus Bassano del Grappa auf Papier gedruckt und war ursprünglich ein Massenprodukt. Doch nach der Zerstörung der Kirche durch osmanische Truppen im Jahr 1695 geschah das erste Wunder: Das Bild blieb unversehrt in der Asche liegen. Seitdem wird ihm eine wundertätige Kraft zugeschrieben.
Die Basilika Maria Radna wurde im Laufe der Zeit zum Schauplatz zahlreicher Wunderberichte. Gläubige berichteten von Lichterscheinungen, wundersamen Heilungen und Rettungen aus Lebensgefahr. Auch Paare, die lange kinderlos geblieben waren, erzählten von plötzlichem Kindersegen. Die Kirche prüfte diese Phänomene sorgfältig und unterstützte die Pilgerfahrten zum Gnadenbild, das bis heute als Symbol des Glaubens und der Hoffnung verehrt wird.
Während der kommunistischen Herrschaft wurden die Pilgerfahrten stark eingeschränkt: 1948 wurden katholische Orden in Rumänien aufgelöst, und die Kirche war nur noch geduldet. Dennoch hielten die Gläubigen an der Tradition fest, und nach dem Fall des kommunistischen Regimes 1989 erlebte Maria Radna eine Wiederbelebung.
Das Wallfahrtsbild aus der Sammlung des Museums ist eine spätere Interpretation des Gnadenbildes aus der Kirche von Maria Radna. Es wurde etwa 100 Jahre nach dem Original in derselben Buchdruckerei, der Werkstatt Remondini in Bassano del Grappa, mit den gleichen Motiven gedruckt. Dieses Bild gelangte vermutlich als Andenken an eine Wallfahrt in Maria Radna nach Deutschland.
„Den Kunstfreunden diene es zur Nachricht, daß bei den Photographen HH. J. Kallain und J. Pommer das gelungene Portrait der Primadonna Frl. Kammerer als Norma zu bekommen ist. Auch Jedermann, dem es daran liegt, sein eigenes naturgetreues Conterfei um den billigsten Preis anfertigen zu lassen, inviiren wir auf das Atelier der HH. Kallain & Pommer in der Magistratsrathsgasse Nr. 10.“
Im Mai 1854 erschien diese Ankündigung in der „Agramer Zeitung“ in Zagreb und lud die Menschen dazu ein, Fotos von sich anfertigen zu lassen.
Nur 15 Jahre zuvor, im August 1839, wurde mit der Daguerreotypie das erste kommerziell nutzbare fotografische Verfahren der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Folge entwickelten sich die fotografischen Techniken rasend schnell weiter, was zu einem rapiden Anstieg der Fotoateliers führte. Besonders nach der Einführung des Carte-de-Visite-Verfahrens, das die kommerzielle Porträtfotografie deutlich effizienter und wirtschaftlicher machte, erlebte die Gründung von Ateliers einen Boom. Diese Studios, oft kunstvoll eingerichtet im Geschmack der Oberschicht und in glasüberdachten Dachgeschossen angesiedelt, wurden auch zu beliebten Treffpunkten des Bürgertums. Da die Bekanntheit und der Erfolg eines Fotografen auch von der Lage seines Ateliers abhingen, strebten viele danach, in den vornehmsten und elegantesten Vierteln der Städte zu arbeiten.
Das erste Fotoatelier in Zagreb wurde von Franjo (Franz Daniel) Pommer und seinem Partner in der Oberen Stadt (damals Gornji Varoš) gegründet. Pommer, 1818 in Odense, Dänemark geboren, absolvierte ursprünglich eine Ausbildung zum Maler in seiner Heimat. Die genauen Gründe und der Zeitpunkt seiner Übersiedlung nach Kroatien bleiben unklar. Bereits ab 1852 war er als „Decorateur“ am Zagreber Theater tätig, eine Position, die wir heute als Bühnenbildner bezeichnen würden. Wie Pommer kamen viele frühe Fotografen aus dem Bereich der bildenden Künste. Schon ein Jahr später, 1853, wurde über eines seiner bekanntesten Projekte berichtet: die Veröffentlichung eines Albums mit Fotografien und Biografien der fünfzehn führenden kroatischen Schriftsteller jener Zeit. Pommer machte sich aber nicht nur als Portraitfotograf einen Namen. 1858 schenkte er dem kroatischen Nationalmuseum eine „Darstellung von Szenen aus dem Leben des Volkes“.
Das Foto aus seinem Atelier zeigt das Porträt einer Frau mit einem Kind aus der Zagreber Oberschicht. Ihre ernsten Gesichtsausdrücke erinnern an die damals übliche Pose, die der für Gemälde ähnelte; das Lächeln auf Fotos wurde erst ab den 1930er und 1940er Jahren populär. Das Bild zeigt auch Pommers Atelier, das einfach und geschmackvoll eingerichtet war. Der monochrome Hintergrund hebt die beiden Figuren deutlich hervor.
Auch die Rückseite des Fotos ist interessant: Dort werden stolz seine Auszeichnungen aufgelistet. 1864 nahm er an der ersten dalmatinisch-kroatisch-slawonischen Ausstellung in der Kategorie "Kupferstich, Lithografie, Lichtmalerei und Holzschnitt" teil und gewann den ersten Preis. Drei Jahre später wurde er für seine volkskundlichen Fotos bei der Ethnographischen Ausstellung in Moskau mit der "Kaiserlich Russischen Medaille" ausgezeichnet.
In der Mitte der Rückseite steht die Adresse des Ateliers in Kroatisch und Deutsch. Zu jener Zeit waren mehrsprachige Beschriftungen gängig, je nachdem, welche Sprachen in der Gemeinde gesprochen wurden. Die deutsche Sprache dürfte Pommer, dem Dänen, die Integration in die kroatische Gesellschaft erleichtert haben.
Er lebte und arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1879 in Zagreb und gilt bis heute als eine bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der kroatischen Fotografie.
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