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Der Briséfächer gehörte der kroatischen Pianistin und Musikpädagogin Anka Krežma-Barbot. Die 1859 in Osijek geborene Künstlerin war die Schwester des berühmten Geigers Franjo Krežma. Die beiden traten gemeinsam auf zahlreichen Konzerten in ganz Europa auf, wobei Anka ihren Bruder häufig am Klavier begleitete. Beide wurden am Wiener Konservatorium ausgebildet und teilten seit frühester Jugend ihre Leidenschaft für die Musik. Über Jahrzehnte prägte Anka Krežma-Barbot als Lehrerin mehrere Generationen von Pianistinnen und Pianisten in Zagreb. Zunächst unterrichtete sie privat, ab 1891 war sie als ordentliche Lehrerin an der Musikschule des Kroatischen Landesmusikvereins tätig. Ihr Einfluss auf die kroatische Musikgeschichte ist bedeutend.
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Datierung: 1908
Material: Holz
Maße: 21cm
Bezugsort: Osijek, Kroatien
Sammlung: Muzej Slavonije, Osijek, Kroatien
Bauweise des Fächers
Bei Briséfächern werden mehrere Stäbe in keilförmiger Anordnung übereinandergelegt. Ein Stift am unteren Ende hält sie zusammen, die oberen Enden werden durch ein Band verbunden. So lässt sich der Fächer platzsparend zusammenklappen, wenn er nicht benutzt wird. Die Stäbe bestehen aus Holz, Elfenbein, Schildpatt oder Horn, die Bänder aus Seide. Der Fächer von Anka Krežma-Barbot ist aus Holz, und wurde mit Temperafarben bemalt. Auf der Rückseite finden sich mehrere Widmungen, ähnlich einem Erinnerungsalbum.
Europäische Fächerherstellung
Die europäische Fächerherstellung erlebte ihre Blütezeit vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Besonders Frankreich nahm eine führende Rolle ein: Paris entwickelte sich zum Zentrum der Fächerkunst, wo spezialisierte Handwerker kunstvoll bemalte und aufwendig gefertigte Fächer für den höfischen und bürgerlichen Gebrauch produzierten. Französische Fächer galten europaweit als Maßstab für Qualität, Modebewusstsein und gestalterische Innovation. Sie waren luxuriöse Accessoires, Statussymbole und zugleich fein abgestimmte Kommunikationsmittel.
Im späten 19. Jahrhundert geriet die europäische Fächerproduktion zunehmend unter Druck. Der Import günstiger Massenware aus China verdrängte viele europäische Hersteller vom Markt. Gleichzeitig veränderten sich gesellschaftliche Konventionen. In den 1920er-Jahren trat die Zigarette als neues Accessoire in den Vordergrund. Sie symbolisierte Modernität, Unabhängigkeit und einen emanzipierten Lebensstil. Der Fächer hingegen erschien vielen als Relikt vergangener Normen.

Fächersprache
Lange war der Fächer ein zentrales Instrument nonverbaler Kommunikation, insbesondere für Frauen. In einer Zeit
streng reglementierter sozialer Umgangsformen ermöglichte die sogenannte Fächersprache das diskrete Übermitteln von Botschaften. Bestimmte Gesten – das langsame Öffnen, das rasche Schließen oder das Verdecken des Gesichts – konnten Interesse, Ablehnung, Zurückhaltung oder Warnung ausdrücken. Der Fächer fungierte damit als stiller Mittler zwischen Nähe und Distanz, zwischen gesellschaftlicher Konvention und persönlichem Ausdruck.
Bild: https://mosaic.gr/duvelleroy/

Die Zigarettenschachtel mit dem Namen „Ada Kaleh“ erinnert an einen Ort, der heute auf keiner Landkarte mehr zu finden ist. Die kleine Insel Ada Kaleh lag nahe Orșova, in der Nähe des Eisernen Tors, und war aufgrund ihrer strategischen Lage über Jahrhunderte hart umkämpft. Sie wechselte wiederholt zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich, denn wer die Insel kontrollierte, beherrschte die untere Donau.

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Im 19. Jahrhundert verlor die Insel ihre militärische Bedeutung. Als die Grenzen Europas 1878 auf dem Berliner Kongress neu geordnet wurden, blieb die Insel übersehen. Obwohl die Region unter österreichisch-ungarischer Kontrolle stand, blieben die Bewohner Untertanen des türkischen Sultans. Diese besondere Stellung brachte den Bewohnern Steuer- und Zollfreiheit sowie Befreiung vom Militärdienst. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ada Kaleh Teil Rumäniens.
Die Menschen lebten bescheiden.
Sie verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem Handel von Tabak und Kaffee, der Herstellung von Lokum und Rosenöl, dem Obst- und Gemüseanbau sowie durch Fischerei oder Fährdienste. Besucher berichteten von malerischen Gassen, exotischen Düften und dem bunten Leben der Basare. 1931 verlieh König Carol II. der Insel wirtschaftliche Privilegien, was zu einem Aufschwung führte.
Der Imam Ali Ahmet schrieb 1934:
„Es folgen in engen, malerischen Gassen die verschiedenen Läden, orientalische Basare, Rahat-Fabriken, Restaurants und Kaffeehäuser.“ Neben einer Grundschule gab es auch eine Berufsschule, in der Mädchen Teppichknüpfen lernten. Der Sportplatz am Inselende war ein Treffpunkt für die Jugend. Der Imam erwähnte zudem gesellschaftliche Veränderungen: „Der Fes verschwand von den Köpfen der Männer, und der Schleier, der einst die Gesichter der Frauen bedeckte, wurde ebenfalls abgelegt.“
Der ortsansässige Geschäftsmann Ali Kadri förderte sowohl das Wirtschaftsleben als auch den Tourismus. Besonders berühmt war seine Zigarettenfabrik, deren Produkte sogar von der englischen Königsfamilie geschätzt worden sein sollen.
Doch nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich alles. Unter dem kommunistischen Regime Rumäniens wurden mehrere Familien von Ada Kaleh in die Bărăgan-Steppe deportiert. Auch die Zigarettenfabrik wurde verstaatlicht, wobei die Qualität der Produkte sank. Gleichzeitig erlebte die Insel eine Phase staatlich gelenkten Tourismus, der ab den 1960er-Jahren wieder aufblühte.
1964 wurde der Bau des Staudamms am Eisernen Tor beschlossen, der die Überflutung der Insel unausweichlich machte. Die Bewohner mussten umsiedeln, viele in die Türkei, manche blieben in Rumänien. Einige Gräber und Artefakte wurden auf die nahegelegene Insel Șimian verlegt. Für die Menschen war der Verlust der Heimat ein bis heute nicht überwundenes, schmerzhaftes Kapitel. Bis 1971 wurde Ada Kaleh vollständig von den Fluten der Donau überschwemmt

Im Jahr 1970, als Bulgarien noch ein Geheimtipp für Reisende war, besuchte Albertine das Land zum ersten und einzigen Mal. Die Reise führte sie in die Rhodopen, wo sie und ihr zukünftiger Ehemann, ein Slawist mit Leidenschaft für slawische Länder, ein Skigebiet erkundeten. Die Organisation des Urlaubs von Deutschland aus war zu damaliger Zeit eine Herausforderung und die Hotelsuche konnte nur über die Bulgarische Vertretung in Berlin erfolgen. Diese Reise wurde zum Beginn einer tiefen Verbundenheit mit der bulgarischen Kultur.
In einem liebevoll gestalteten Souvenirladen erstand Albertine diese Bluse. Sie zeichnete sich durch exquisite Handarbeit, feine Stickereien und lebendige Muster aus, die aus der bulgarischen Volkskunst entstammten. Die Bluse war nicht nur für bulgarische Verhältnisse, sondern auch im Vergleich zu deutscher Kleidung, hochpreisig. Als Wertschätzung der hohen Qualität trug Albertine die Bluse nur zu besonderen Anlässen. Jedes Mal, wenn sie das Kleidungsstück trug, erinnerte sie sich an die Reise durch beeindruckende Landschaft und die Begegnung mit herzlichen Menschen. Nach über 50 Jahren in Albertines Besitz ging die Bluse nun in die Sammlung des Museums Europäischer Kulturen über. Sie war einst ein teures Souvenir und erzählt heute von der aufkeimenden bulgarischen Tourismusbranche der 1970er Jahre.

In dieser Zeit erlangte die Bulgarische Kommunistische Partei die Erkenntnis, dass der Tourismus ein Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft werden könnte. Mit großer Initiative trieb sie den Ausbau von Wintersportanlagen in den Bergen und die Erschließung von Touristenzentren entlang der Küstenstriche voran, was weltweit Aufmerksamkeit erregte. Maßnahmen wie kostenloser Gesundheitsschutz für Ausländer, Visaerleichterungen und die Wiedereröffnung von historischen Klöstern zogen Millionen Touristen an – darunter viele aus dem Westen, die wertvolle Devisen mitbrachten. Ein wichtiger Aspekt für westdeutsche Besucher war die Möglichkeit, sich in Bulgarien mit Freunden und Verwandten aus der DDR zu treffen – ein seltener Moment des Wiedersehens in einer geteilten Welt.
Trotz der wirtschaftlichen Erfolge brachte der Tourismusboom auch Herausforderungen mit sich, die von der Kommunistischen Partei Bulgariens nicht unbeachtet blieben. Es bestand die Befürchtung, dass westliche Besucher zugleich ihre Ideologien mitbrächten, was das politische Gleichgewicht des Landes stören könnte. Die luxuriös ausgestatteten Hotels und die hochpreisigen Souvenirläden stellten einen Kontrast zur Lebensrealität der bulgarischen Bevölkerung dar, was die sozialen Unterschiede innerhalb des Landes umso stärker hervorhob. Dies wurde besonders durch den vorherrschenden Zwei-Klassen-Tourismus
verdeutlicht: Während ausländische Gäste in erstklassigen Hotels logierten, waren für die bulgarischen Bürger lediglich einfachere Ferienlager vorgesehen.
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